Kieferorthopädie-Informationen
Optimal statt ausreichend
…das sollte unsere Devise für eine perfekte Behandlung unserer Kinder sein. Allerdings müssen wir uns immer wieder klarmachen, dass die Kasse nach folgenden Prinzipien reguliert:
- ausreichend
- wirtschaftlich
- zweckmäßig
Somit entstehen meist trotz Leistungspflicht der Kasse erhebliche Zusatzkosten.
Aus diesem Grunde sollten Sie unbedingt darauf achten, dass der gewählte Tarif auch die Mehrleistungen bei Vorleistungen der Kasse – also ab KIG 3 – bezuschusst.
Durch moderne Behandlungsmethoden können die Behandlungszeiten reduziert werden und der Tragekomfort der Brackets gesteigert bzw. die optische Beeinträchtigung reduziert werden.
Leider verursachen diese hochwertigen Behandlungen erhebliche Mehrkosten, die von der gesetzlichen Kasse nicht übernommen werden.
Zusatzleistungen
| Ausführung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Edelstahl-Brackets mit Stahlbögen (Standard-Edgewise-Brackets) Regelleistung der Kasse! |
Übertragen die Kräfte sicher auf die Zähne. Sehr stabil. Lassen sich gut entfernen. Kassenleistung bei Kindern und Jugendlichen mit mindestens KIG 3. |
Bögen müssen für jeden Zahn individuell gebogen werden. Bögen sind wenig elastisch und üben starken Druck aus. Das begünstigt Schäden an Zahnwurzeln, Zahnhalteapparat. Die Zähne reagieren oft empfindlich. Optisch sehr auffällig |
| Edelstahl-Brackets mit hochelastischen Bögen (Straight-Wire-Brackets) |
Für jeden Zahn individuell geformt, der Druck kann besser gesteuert werden. Die hochelastischen Bögen verringern das Risiko von Zahnwurzel- und Zahnfaser-schäden. Übertragen die Kräfte sicher auf die Zähne. Sehr stabil. Lassen sich gut entfernen. |
Optisch sehr auffällig. |
| Selbstligierende Brackets mit hochelastischen Bögen |
Bögen werde mit Riegel-mechanismus gesichert. Zur Bewegung der Zähne sind geringere Kräfte nötig, dünnere und elastischere Bögen können benutzt werden. |
Vergleichsweise teuer. |
| Kunststoff-Brackets mit hochelastischen Bögen (Straight-Wire-Brackets) |
Zahnfarben, optisch kaum auffällig. Bögen allerdings meist stahlfarben. | Nicht ausreichend hart, um Kräfte zuverlässig auf den Zahn zu übertragen. Für schwierige Zahnbewegungen nicht zu empfehlen. Neigen zu Verfärbungen. |
| Keramik-Brackets mit hochelastischen Bögen. |
Die Brackets sind durchsichtig, optisch kaum auffällig. Bögen allerdings meist stahfarben. | Sehr hart, können zu Schäden an den Zähnen führen. Brüchig, müssen daher im Verlauf der Behandlung häufiger ersetzt werden. Vergleichsweise teuer. |
Auszug aus Stiftung Warentest »Kieferorthopädie«, ISBN 978-3-86851-103-1
Der beste Zeitpunkt für den Behandlungsbeginn
Frühbehandlung (4 Jahre)
- bei einem Vorbiss
- bei einem Kreuzbiss
- bei einem Überbiss, der mehr als 9 Millimeter misst
- bei einer schlechten Angewohnheit wie Daumenlutschen, die zu einem Überbiss von mehr als 9 Millimeter oder zu einem offenen Biss von mehr als 4 Millimetern geführt hat. Nur sinnvoll, wenn die Eltern ihrem Kind das Lutschen abgewöhnen können.
- bei einem Platzmangel von mehr als 3 Millimetern ist eine Lückenöffnung nötig.
Frühe Behandlung (6 bis 9 Jahre)
- bei extrem schweren Zahnfehlstellungen und Kieferfehllagen
- bei einem offenen Biss, der mehr als 4 Millimeter misst und auf eine angeborene Kieferfehlstellung zurückgeht
- bei einem Vorbiss
- bei Unfallfolgen
Normale Behandlung (9 bis 10 Jahre)
- bei einem Überbiss
- bei Lücken
- bei verlagerten Zähnen
- bei einem Vorbiss
- bei einem offenen Biss
- bei einem Tiefbiss
- bei einem Kreuzbiss
- bei einem Engstand
- bei Platzmangel